Gedanken
Wie herrlich, kaum kann man nicht mehr einkaufen gehen, habe ich nicht mehr den inneren Druck, noch dringend etwas erledigen zu müssen. Was wollen wir wetten, den meisten Stress mache ich mir doch selber, nicht wahr?!
Dabei hatte ich sooo gehofft/gewünscht/geplant, in diesem Jahr nicht mitzumachen bei der allgemeinen Hektik, Aufregung und Wuselei vor Weihnachten. Worauf ich komplett verzichten könnte, sind Weihnachtsferien, die schon vier Tage vor dem 24. beginnen. Und von mir aus hätte auch ein freier Tag nach Heiligabend ausgereicht. Jetzt mussten wir planen, Vorräte kaufen für fünf Tage am Stück. Blöd. Denn am 24. stelle ich mich nicht in den Supermarkt. Was dort dann im Regal liegt, lag dort auch schon am Samstag. Und die Schlange vor der Kasse hat kein Ende... schlimmer als im Wartezimmer vom Kinderarzt.
Seit Samstagmittag bin ich gut entspannt. Zum Glück! Es reichte mir wirklich schon. Eine Weihnachtsfeier habe ich in der letzten Woche nicht mitgemacht, weil mein Auto in die Werkstatt musste. Nachdem ich abgesagt hatte, fühlte ich mich unglaublich befreit und erleichtert. Ich wunderte mich sehr über mich selber, denn ich hätte ja gar nicht erst zusagen müssen. So fand ich schon einen ersten guten Vorsatz (ich liiiiiebe gute Vorsätze, so habe ich schon mit dem Rauchen aufgehört!!!) :
Ich will im neuen Jahr konsequenter "nein" sagen. Viel zu oft mache ich etwas, was ich in Wirklichkeit nicht will und schon gar nicht muss. Und sooo langweilig ist es hier mit meiner Familie ja nun auch nicht, als das ich mir unbedingt stressige Termine dazu organisieren müsste ;o)!
singlilli - 24. Dez, 14:48
Da ist sie nun, die kalte Jahreszeit mit weniger Licht und mehr Dunkelheit. Ich mag das sehr gerne. Normalerweise habe ich auch eher Hitze in mir, fast immer warme Hände, mehr Energie, als ich verbrauchen kann. So kann ich es auch nicht gut haben, wenn nun alle möglichen Leute anfangen, rumzumaulen, wie blöde das doch wäre, wie schrecklich, und so weiter und so fort.
Was glauben die denn? Ohne Nacht kein Tag, ohne Kälte keine Wärme, ohne Dunkel kein Hell. Wenn wir der Natur (und uns) nicht den Herbst und den Winter gönnen, wie sollen dann alle im kommenden Frühjahr neu und kraftvoll starten? Der ewige Kreislauf braucht beides, Licht und Dunkel.
Darüber hinaus: Im Sommer brennen bei mir so gut wie gar keine Kerzen. Ich bin viel im Garten, basteln fällt flach.
Im Winter mache ich es mir gerne muckelig-gemütlich, mit einer angenehmen Lichtquelle, mit Handarbeiten, Kekse backen, Bratäpfel, Grünkohl,... Das alles würde mir sonst sehr fehlen.
Ich freue mich über den Herbst, mit windverwirbelten Blättern, buntgefärbten Bäumen, nackten ernsten Baumkronen, mit Sturm, Sonne und taubehangenen Spinnenweben. Und auf den Winter, mit knackig kalter Luft, die das Atmen bewusst macht, mit Keksen und Kuchen, mit Heimlichkeit und Vorfreude, mit Spiel im Wohnzimmer, mit Zeit zum Planen und Wünschen für das neue Jahr! Ja, so sehe ich das!
Liebe Grüße
Singlilli
singlilli - 23. Okt, 14:25
*angeb* Juhuu, ich freu`mich so, gestern wurde ich zum Elternrat der KiGa-Gruppe meines Sohnes gewählt!
Ist ja nichts weltbewegendes, aber ich bin ganz glücklich darüber! Das wollte ich schon immer mal machen, denn ich hoffe darauf, dass ich Möglichkeiten zur Mitbestimmung nutzen kann. Hoffen wir das Beste...
Wenn das neue
Kindergartengesetz KiBiz Mitte Oktober den NRW-Landtag passiert, kann das die letzte Elternratswahl gewesen sein. Dann wird zukünftig der Elternrat ein "kann" und nicht mehr ein "muss" sein. So wird die Demokratie Stück für Stück abgebaut und weggespart. Die Dummen sind dann die Eltern (die müssen höhere Beiträge bezahlen) und die Kinder (die werden in größeren Gruppen betreut) und die Erzieherinnen (die werden mehr Kinder mit weniger Personal betreuen müssen).
Klar, Otto Normalverbraucher interessiert das kaum, wenn er nicht zufällig selber kleine Kinder hat. Aber diese kleinen Kinder anderer Leute sind die Zukunft der ganzen Gesellschaft, das vergessen manche Leute wohl immer wieder. Nun gut, I´ll do my very best und bringe mich ein, so gut ich kann.
Liebe Grüße
Singlilli
singlilli - 20. Sep, 14:35
Der Eintopf wird wieder angenehmer; einige Brocken sind wieder abgesackt. Ein Gespräch brachte mich ein gutes Stück voran. Jetzt warte ich ab, wie es weitergeht.
Liebe Grüße
Singlilli
singlilli - 3. Sep, 22:06
Das Leben ist laut Forrest Gump "wie eine Schachtel Pralinen; man weiß nie, was man bekommt." (hoffe, ich habe möglichst richtig zitiert)
Mir kommt das Leben eher wie Eintopf vor. Wenn ich eine Zeit warte, setzt sich das Feste und oben ist die klare Suppe. Wenn ich drin rumrühre, werden viele Brocken herumgewirbelt und alles kommt durcheinander. Am leckersten ist es, wenn sich Klares und Festes die Waage halten.
Bei mir wurde gerade kräftig durchgerührt. Ich habe einige Sachen angestoßen, die mein Leben durcheinander bringen. Jetzt rühre ich sachte weiter und hoffe, dass sich die Brocken demnächst setzen, damit es wieder ausgewogener ist.
Nachdenkliche Grüße
Singlilli
singlilli - 31. Aug, 14:04
Ja, ich bin eine spießige, pingelige, konservative Mutter. Dazu stehe ich, ich finde mich absolut in Ordnung so. Dabei kann ich auch unkonventionell, aufmüpfig, autonom sein. Nicht nur meine
Schwester hat viele Gesichter ;o)...
Heute hatte ich mein Aufräumgesicht auf. Meine Töchter sind in den letzten Tagen maulig gewesen wegen ihrer Zimmer. zu klein, zu voll, keine schönen Möbel, nie wird renoviert, die übliche "Undankbarkeit" eben. Okay, ich stehe auf aufgeräumte Räume, daher haben wir in beiden Zimmern für Ordnung gesorgt und sogar einen Teil aussortiert, entrümpelt. Welch ein Wohlgefühl! Schade, dass die Ordnung schnell wieder durch alltägliches Spielen und Leben durcheinander gebracht werden wird. Aber heute Abend kann ich den schönen Anblick genießen! Und das tue ich auch!
Zufriedene Grüße
Singlilli
singlilli - 21. Aug, 18:25
Wieso denke ich bloß immer schon an Weihnachten? Ich habe in letzter Zeit häufig Gedankenblitze, was ich dann an wen verschenken könnte, was ich noch mit den Kindern basteln könnte, was für die Krabbelgruppe (die ich leite) zu Weihnachten passen könnte...
Muss am Wetter liegen *grins*
Singlilli
singlilli - 15. Aug, 14:45
Mit 84 Jahren darf man ja schon mal langsam sein und Hilfe bekommen, wenn nötig.
Mein Schwiegervater hat sich deutlich erholt, ist aber dennoch weiterhin auf unsere Unterstützung angewiesen. Momentan stoppe ich die Minuten, die wir für die Pflege brauchen. Vom Pflegedienst haben wir eine Broschüre bekommen. In der wird empfohlen, 14 Tage lang ein Pflegetagebuch zu führen. Dann kann man besser argumentieren, wenn der medizinische Dienst zum Einstufen kommt.
Ich sehe dem ganzen mit Spannung entgegen. In meiner Zeit in der stationären Altenpflege hatte ich mit dem MDK nie persönlich zu tun, daher sind mir die Fragen und Prüfungen neu. Mal sehen, was da auf uns zukommt.
Grundsätzlich meine ich, dass ich von der Pflege meines Schwiegervaters durchaus profitieren kann. Es ist eine Arbeit, die mir Freude macht. Ich kann absolut individuell pflegen, ohne Zeitdruck, ohne Klingel, die mich zum nächsten Bewohner ruft. Ich lerne, mich und meinen Alltag gut zu organisieren. Ich entwickle mehr Verständnis für ältere Menschen. Und meine Kinder lernen, dass es normal ist, sich zu unterstützen. Normal, sich um Eltern und Großeltern zu kümmern. Ein bisschen Großfamilie, im kleinen...
Sonnige Grüße
Singlilli
singlilli - 15. Aug, 14:41
So, nun sieht es so aus, dass ich doch noch mit meiner Familie in
den Urlaub fahren werde. Meine Schwägerin mitsamt Mann übernimmt die Urlaubsvertretung, und der Pflegedienst wird für morgens und abends bestellt. Schwiegervater hat z.Zt. wieder etwas mehr Kraft, er kann mit dem
Rollator einige Schritte gehen. So kommt er nicht ganz von den Beinen, der Kreislauf wird angeregt, er sieht mal was anderes, es ist einfach gut für ihn. Auch, wenn er gerne tot sein will. Das kann er hinterher ja immer noch...
Etwas Bauchschmerzen habe ich ja schon bei dem Gedanken, hier weg zu fahren, aber ich will meinen Mann auch nicht mit drei Kindern alleine lassen. Und ich würde die Bande ja auch vermissen. Ein bisschen wenigstens...;o) Meine große Tochter meinte schon: "Wenn Mama bei Opa bleibt, hat sie ja wenigstens Kinderfrei, das ist ja auch schön für sie." Sie weiß gar nicht, wie recht sie hat!
Okay, dann übe ich mal wieder "loslassen", darin bin ich nicht richtig gut, fürchte ich. Ich werde am Strand sitzen und (hoffentlich) nicht die ganze Zeit denken "Ohgottohgott, Katastroph, Katastroph, die Welt geht unter, ohne mich läuft gar nichts, ich bin unersetzlich,...". Wenigstens versuche ich es. Und letztendlich dauert die Rückreise ca. drei Stunden, mit der Bahn könnte ich auch alleine zurückkommen, und die Schwester meines Mannes kann ja auch mal anpacken. Dann plane ich mal die Kofferliste... am 21.7. soll es für 14 Tage losgehen.
Liebe Grüße
Singlilli, die sich sehr über das neue Design dieses Blogs freut! Netter Mann, ein prima Helfer...
singlilli - 15. Jul, 14:00
Der Allgemeinzustand von Schwiegervater ändert sich von Tag zu Tag, Tendenz abwärts. Wir haben heute ein Pflegebett geliefert bekommen, seit gestern kann er nicht mehr alleine gehen, nur gestützt wenige Schrittchen. Die Diakoniestation schickt seit zwei Tagen morgens eine Schwester für die Grundpflege. Ich bin der Krankenkasse sehr dankbar, dass die so unbürokratisch alles möglich machen. Hätte ich nie erwartet.
Wie ich schon schrieb, ich bin Altenpflegerin in Elternzeit. Seit 10 Jahren zuhause! Und jetzt bin ich voll in meinem Element. Da merke ich doch, wie sehr mir die Arbeit immer gefallen hat. Vermutlich liest sich das blöd, aber selbst die Toilettengänge machen mir Spaß. Ist nicht ganz das richtige Wort, aber irgendwie bin ich für Pflege geboren. Ich will hier nicht angeben, aber so fühle ich mich momentan.
Die Pflege hier hat aber einen ganz besonderen Nebeneffekt. Als ich noch berufstätig war, war ich sozusagen von missionarischem Eifer durchsetzt. Bei mir "musste" jeder Bewohner soviel wie möglich trinken (am liebsten drei Liter pro Tag), und ich habe mir wenig Gedanken um das Gefühl der Bewohner beim Gepflegtwerden gemacht. Das soll nicht heißen, dass ich sie würdelos oder unhöflich oder gewalttätig behandelt habe. Ich denke, ich war in Ordnung und habe mich bemüht. Aber jetzt, nachdem ich acht Jahre mit dem alten Mann zusammenwohne, mache ich mir ganz viel Gedanken, wie er sich wohl fühlen mag, wenn ich so in seine Privatsphäre eindringe. Und wenn er viel zu wenig trinken will, dann kann ich gut damit leben. Wenn ich wieder anfange, im Heim zu arbeiten, werde ich ganz anders mit den Menschen umgehen, schätze ich.
Wozu so ein Schwiegervater alles gut ist;o)...
Liebe Grüße
Singlilli
singlilli - 13. Jul, 14:11