So ist es gewesen
Die Trauerfeier liegt hinter uns, in ein, zwei Wochen wird eine Urnenbeisetzung folgen. Es war feierlich, angemessen und gut.
Am Sonntagmorgen um halb sechs hat mein Mann seinen Vater leblos im Bett gefunden. Ich wurde geweckt, um auch mal nach Opa zu sehen und konnte den Tod nur bestätigen. Sofort fingen wir an, den Leichnam herzurichten. Statt des Schlafanzuges bekam er einen schicken dunklen Anzug mit silberner Krawatte an. Er sah sehr feierlich aus, die Haut so glatt und faltenfrei, fast jung, so filigran, ein guter Anblick. Um seinen Mund schien ein Lächeln zu spielen, er wirkte entspannt, zufrieden, gelöst.
Nach einer Stunde waren wir fertig. Als Altenpflegerin hatte ich diese Arbeiten schon oft getan, aber niemals zitternd und tränenüberströmt. Wir gingen nochmal ins Bett, aber ich konnte nicht mehr schlafen.
Nach dem Frühstück habe ich meinen Kindern angeboten, Opa nochmal anzusehen, worauf sie mir sagten, sie wären schon an seinem Bett gewesen. Sie gingen dann nochmal mit mir zusammen zu Opa. Geweint haben sie nicht, aber sie waren still und ernst.
Der Sonntag war ausgefüllt mit Familie, Notarzt wegen Totenschein, Bestatter und so weiter. Am Nachmittag, meine Mädels waren zum Spielen weg, wurde Opa abgeholt. Ich blieb dabei, wollte mit ansehen, wie er in den Sarg gelegt wurde. Meinen Mann schickte ich mit dem Sohn nach oben, aber die beiden kamen nach einer Minute zurück. "Eiiiiiigentlich wollte ich zugucken....", hatte der Vierjährige auf der Treppe gesagt, und so durfte er auf meinem Arm sein und von dort aus zusehen. Er war ernst und still, hat nicht weggesehen und auch nicht geweint. Wir gingen hinterher, als der Sarg ins Auto geschoben wurde und sahen dem schwarzen Wagen nach, wie er ganz langsam die Straße hinunterfuhr.
Heute bei der Trauerfeier, mitten in einem Gebet, brach mein Sohn plötzlich laut in Tränen aus. Er war nicht, wie wir vermuteten, von seiner Schwester gekniffen worden. Ich vermute, ihm wurde in diesem Moment richtig bewusst, was da passierte und dass Opa nie wieder bei uns sein würde. Er sagte auch, er weine wegen Opa. Den Rest der Feier blieb er auf meinem Schoß.
Es war eine schöne Abschiedsfeier, mein Kirchenchor sang zwei Lieder, der Pastor hat gute, tröstliche Worte gefunden und es waren viele liebe Gäste dort. Wir werden wieder zum Alltag finden, aber es läuft noch langsam und besinnlich hier.
Nochmal einen herzlichen Dank an alle, die mir beigestanden haben.
Am Sonntagmorgen um halb sechs hat mein Mann seinen Vater leblos im Bett gefunden. Ich wurde geweckt, um auch mal nach Opa zu sehen und konnte den Tod nur bestätigen. Sofort fingen wir an, den Leichnam herzurichten. Statt des Schlafanzuges bekam er einen schicken dunklen Anzug mit silberner Krawatte an. Er sah sehr feierlich aus, die Haut so glatt und faltenfrei, fast jung, so filigran, ein guter Anblick. Um seinen Mund schien ein Lächeln zu spielen, er wirkte entspannt, zufrieden, gelöst.
Nach einer Stunde waren wir fertig. Als Altenpflegerin hatte ich diese Arbeiten schon oft getan, aber niemals zitternd und tränenüberströmt. Wir gingen nochmal ins Bett, aber ich konnte nicht mehr schlafen.
Nach dem Frühstück habe ich meinen Kindern angeboten, Opa nochmal anzusehen, worauf sie mir sagten, sie wären schon an seinem Bett gewesen. Sie gingen dann nochmal mit mir zusammen zu Opa. Geweint haben sie nicht, aber sie waren still und ernst.
Der Sonntag war ausgefüllt mit Familie, Notarzt wegen Totenschein, Bestatter und so weiter. Am Nachmittag, meine Mädels waren zum Spielen weg, wurde Opa abgeholt. Ich blieb dabei, wollte mit ansehen, wie er in den Sarg gelegt wurde. Meinen Mann schickte ich mit dem Sohn nach oben, aber die beiden kamen nach einer Minute zurück. "Eiiiiiigentlich wollte ich zugucken....", hatte der Vierjährige auf der Treppe gesagt, und so durfte er auf meinem Arm sein und von dort aus zusehen. Er war ernst und still, hat nicht weggesehen und auch nicht geweint. Wir gingen hinterher, als der Sarg ins Auto geschoben wurde und sahen dem schwarzen Wagen nach, wie er ganz langsam die Straße hinunterfuhr.
Heute bei der Trauerfeier, mitten in einem Gebet, brach mein Sohn plötzlich laut in Tränen aus. Er war nicht, wie wir vermuteten, von seiner Schwester gekniffen worden. Ich vermute, ihm wurde in diesem Moment richtig bewusst, was da passierte und dass Opa nie wieder bei uns sein würde. Er sagte auch, er weine wegen Opa. Den Rest der Feier blieb er auf meinem Schoß.
Es war eine schöne Abschiedsfeier, mein Kirchenchor sang zwei Lieder, der Pastor hat gute, tröstliche Worte gefunden und es waren viele liebe Gäste dort. Wir werden wieder zum Alltag finden, aber es läuft noch langsam und besinnlich hier.
Nochmal einen herzlichen Dank an alle, die mir beigestanden haben.
singlilli - 21. Feb, 16:26

Ich glaube...
Hiermit hole ich das nun nach! Ich finde es sehr sehr gut, wie ihr alle mit der Situation umgegangen seid und es immer noch tut!
LG BärenSchwester