So schnell kann`s gehen...
Der Allgemeinzustand von Schwiegervater ändert sich von Tag zu Tag, Tendenz abwärts. Wir haben heute ein Pflegebett geliefert bekommen, seit gestern kann er nicht mehr alleine gehen, nur gestützt wenige Schrittchen. Die Diakoniestation schickt seit zwei Tagen morgens eine Schwester für die Grundpflege. Ich bin der Krankenkasse sehr dankbar, dass die so unbürokratisch alles möglich machen. Hätte ich nie erwartet.
Wie ich schon schrieb, ich bin Altenpflegerin in Elternzeit. Seit 10 Jahren zuhause! Und jetzt bin ich voll in meinem Element. Da merke ich doch, wie sehr mir die Arbeit immer gefallen hat. Vermutlich liest sich das blöd, aber selbst die Toilettengänge machen mir Spaß. Ist nicht ganz das richtige Wort, aber irgendwie bin ich für Pflege geboren. Ich will hier nicht angeben, aber so fühle ich mich momentan.
Die Pflege hier hat aber einen ganz besonderen Nebeneffekt. Als ich noch berufstätig war, war ich sozusagen von missionarischem Eifer durchsetzt. Bei mir "musste" jeder Bewohner soviel wie möglich trinken (am liebsten drei Liter pro Tag), und ich habe mir wenig Gedanken um das Gefühl der Bewohner beim Gepflegtwerden gemacht. Das soll nicht heißen, dass ich sie würdelos oder unhöflich oder gewalttätig behandelt habe. Ich denke, ich war in Ordnung und habe mich bemüht. Aber jetzt, nachdem ich acht Jahre mit dem alten Mann zusammenwohne, mache ich mir ganz viel Gedanken, wie er sich wohl fühlen mag, wenn ich so in seine Privatsphäre eindringe. Und wenn er viel zu wenig trinken will, dann kann ich gut damit leben. Wenn ich wieder anfange, im Heim zu arbeiten, werde ich ganz anders mit den Menschen umgehen, schätze ich.
Wozu so ein Schwiegervater alles gut ist;o)...
Liebe Grüße
Singlilli
Wie ich schon schrieb, ich bin Altenpflegerin in Elternzeit. Seit 10 Jahren zuhause! Und jetzt bin ich voll in meinem Element. Da merke ich doch, wie sehr mir die Arbeit immer gefallen hat. Vermutlich liest sich das blöd, aber selbst die Toilettengänge machen mir Spaß. Ist nicht ganz das richtige Wort, aber irgendwie bin ich für Pflege geboren. Ich will hier nicht angeben, aber so fühle ich mich momentan.
Die Pflege hier hat aber einen ganz besonderen Nebeneffekt. Als ich noch berufstätig war, war ich sozusagen von missionarischem Eifer durchsetzt. Bei mir "musste" jeder Bewohner soviel wie möglich trinken (am liebsten drei Liter pro Tag), und ich habe mir wenig Gedanken um das Gefühl der Bewohner beim Gepflegtwerden gemacht. Das soll nicht heißen, dass ich sie würdelos oder unhöflich oder gewalttätig behandelt habe. Ich denke, ich war in Ordnung und habe mich bemüht. Aber jetzt, nachdem ich acht Jahre mit dem alten Mann zusammenwohne, mache ich mir ganz viel Gedanken, wie er sich wohl fühlen mag, wenn ich so in seine Privatsphäre eindringe. Und wenn er viel zu wenig trinken will, dann kann ich gut damit leben. Wenn ich wieder anfange, im Heim zu arbeiten, werde ich ganz anders mit den Menschen umgehen, schätze ich.
Wozu so ein Schwiegervater alles gut ist;o)...
Liebe Grüße
Singlilli
singlilli - 13. Jul, 14:11
